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Nestlé – kein kalter Kaffee

Kleine, teure Metallkapseln mit ausgewählten Kaffee-Spezialitäten gefüllt, sind derzeit der Schlüssel für Nestlés Erfolg. Das Nespresso-Geschäft übertrumpft mit seinen Wachstumsraten die althergebrachten Marken der Schweizer.

Hollywood-Star George Clooney rührt die Werbetrommel für Nespresso  Fotoquelle: ard.de

Hollywood-Star George Clooney rührt die Werbetrommel für Nespresso Fotoquelle: ard.de

Im ersten Halbjahr 2010 waren die Kult-Kaffeekapseln erneut der Renner unter den Nestlé-Produkten. Der Nespresso-Umsatz wuchs um 25 Prozent – so stark wie keine andere Marke des Nahrungsmittelriesen mit Sitz im beschaulichen Vevey am Genfer See. Ob das auch an der “göttlichen” Werbung mit den Hollywood-Stars John Malkovich und George Clooney in den Hauptrollen liegt?

Den Nespresso-Trend reiten
Fakt ist: In der China-Metropole Shanghai hat Nestlé 2010 seine 200. Nespresso-Boutique eröffnet – und ist mit seinen Expansionsplänen noch lange nicht am Ende: Im laufenden Jahr sollen 30 neue Boutiquen für den exklusiven Vertrieb der Premium-Marke Nespresso eröffnet werden, unter anderem in Shanghai, New York und Kapstadt.

Ein geschickter unternehmensstrategischer Schachzug, denn tatsächlich kann Nestlé derzeit vor allem mit Premium-Produkten wie Nespresso oder teuren Wässerchen wie Nestlé Aquarel, Vittel, San Pellegrino und Perrier wachsen. Auch das Süßwaren-Geschäft mit Kit-Kat-Schokoriegeln und Smarties läuft dank der starken Nachfrage aus Schwellenländern gut. Dagegen wächst der Markt für Babynahrung (Alete, Beba) und Fertigprodukte (Maggi, Thomy) eher schleppend.

Am Anfang war das “Kindermehl”
Dabei muss die Babynahrung als das eigentliche Kerngeschäft Nestlés gelten, schaffte der Firmengründer Henri Nestlé doch ausgerechnet mit seiner Erfindung des “Kindermehls” den Durchbruch. Dem in die Schweiz übergesiedelten Frankfurter Apotheker war es 1867 gelungen, ein lösliches Milchpulver herzustellen, das Säuglingen als Muttermilchersatz gegeben werden konnte. Damit rettete er nicht nur vielen Frühgeborenen das Leben, sonder legte zugleich den Grundstein für ein äußerst lukratives Geschäft.

Das passende Familienlogo brachte Henri Nestlé auch gleich mit: ein Vogelnest aus Eichenzweigen, darin ein brütender Vogel. In einer leicht abgewandelten Form – ein kleines Nest, in dem eine Vogelmutter ihre Küken füttert – kennen es heute Millionen Verbraucher weltweit. Nestlé ist heute nicht nur das größte Industrieunternehmen der Schweiz, sondern auch der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt.

Das Firmenlogo basiert auf dem Familienwappen des Gründers Henri Nestlé Fotoquelle: ard.deDas Firmenlogo basiert auf dem Familienwappen des Gründers Henri Nestlé Fotoquelle: ard.de

Das Firmenlogo basiert auf dem Familienwappen des Gründers Henri Nestlé Fotoquelle: ard.de

Kaufen, kaufen, kaufen
Zu verdanken hat das Nestlé einem massiven Expansionskurs, in dessen Zuge sich die Firma unter anderem die Maggi AG, den britischen Schokoladen- und Süßwarenkonzern Rowntree Mackintosh, den italienischen Teig- und Süßwarenkonzern Buitoni, die Wassermarken Perrier und San Pellegrino, den Eiskonzern Schöller und die Tiefkühlpizzen-GmbH Wagner einverleibte.

2007 kaufte Nestlé den amerikanischen Babynahrungshersteller Gerber vom Pharmakonzern Novartis und stieg zum Weltmarktführer für Babynahrung auf. Mit der Übernahme des größten amerikanischen Eiscremeherstellers Dreyer’s 2006 wurde Nestlé weltweit größter Produzent von Speiseeis. Mit der Übernahme des Tiefkühlpizza-Geschäfts des US-Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods 2010 wurde Nestlé auch in diesem Bereich Weltmarktführer.

Ein Schweizer Börsen-Schwergewicht
Doch nicht nur der Konzern, auch die Aktie ist seit Jahren auf Wachstumskurs, das Rekordhoch von 55,35 Schweizer Franken datiert allerdings noch von 2007. Die Nestlé-Aktie (WKN A0Q4DC) ist eines der großen Schwergewichte im Schweizer Leitindex SMI und auch im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 notiert.

Originalbericht: ard.de

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