Ermittlungen wegen Abnehm-Kaffee
Die Staatsanwaltschaft Gießen ermittelt nach hr-Informationen gegen einen Kaffee-Hersteller aus Wettenberg. Er soll Instant-Kaffee mit einem verbotenen Appetitzügler vertrieben haben. Der Effekt: Nebenwirkungen statt Bikini-Figur.
Nachweislich hatten zwei Chargen von Vitaccino Sibutramin enthalten und wurden vom Markt genommen. Auch eine 46-jährige Gießenerin trank den Kaffee, um abzunehmen. “Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich den Kaffee nicht getrunken”, sagte sie hr-iNFO. “Für mich war es absolut nicht ersichtlich, dass da irgendein Stoff drin ist, der in ein Medikament gehört”.
Die Firma bestätigte die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Man habe den Geschäftsführer gewechselt, teilte das Unternehmen mit.
Vitaccino bald wieder im Handel?
Derzeit sieht es so aus, als ob man das Kaffeepulver nicht mehr kaufen kann. Ein generelles Verkaufsverbot gibt es laut des hessischen Verbraucherschutzministeriums aber nicht. Die Verantwortung, dass ein Lebensmittel sicher sei, liege beim Unternehmer.
Sollte Vitaccino erneut auf dem Markt kommen, so der Sprecher weiter, will das Ministerium allerdings ein lebensmittelrechtliches Gutachten vom Vertreiber verlangen. Imperia Elita kündigt auf ihrer Homepage bereits an, dass Vitaccino in wenigen Wochen wieder erhältlich sein werde.
Verbraucher hatten sich im vergangenen Jahr an die Behörden gewandt, nachdem sie Vitaccino getrunken hatten. Sie berichteten über Herzrasen, Schlaflosigkeit und Schweißausbrüche. Die Behörden testeten Vitaccino und fanden Sibutramin. Anfang Oktober 2010 wurde daraufhin eine erste Charge des Kaffees zurückgerufen, im Dezember die zweite.
Originalbericht: hr-online.de







