Kaffeemarkt Arabica-Preis erstmals seit 14 Jahren über der Marke von 3 USD
Die Sorgen vor Frostschäden in Brasilien haben den Preis für Kaffee-Arabica gestern erstmals seit 14 Jahren über die Marke von 3 USD je Pfund steigen lassen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
Gleichzeitig sei mit knapp 3 USD der höchste Schlussstand seit 34 Jahren erreicht worden. Wetterprognosen zufolge bestehe das Risiko, dass nach dem Ende von La Nina kalte Luftmassen vom Südpol die Kaffeeanbaugebiete in Brasilien erreichen könnten. Die Preisspitzen in den Jahren 1977 und 1997 seien von Frostperioden ausgelöst worden. Als dies im Jahr 1994 letztmals der Fall gewesen sei, seien in den folgenden drei Jahren 35% der brasilianischen Kaffeeernte verloren gegangen. Da das Kaffeeangebot nach einer enttäuschenden Ernte in Kolumbien bereits angespannt sei und in Brasilien ohnehin ein ertragsschwaches Erntejahr bevorstehe, hätten zusätzliche Ernteausfälle schwerwiegende Auswirkungen auf die Marktbilanz und die Kaffeepreise. Ansonsten seien die Witterungsverhältnisse eigentlich günstig.
In den kommenden drei Monaten seien normale bis unterdurchschnittliche Regenfälle vorhergesagt, was sich positiv auf die Ernte auswirken sollte. Komme es also nicht zu den befürchteten Frostperioden, sollten die Kaffeepreise die letzten Gewinne wieder abgeben. Zudem dürfte auch die Nachfrage auf das höhere Preisniveau reagieren. Zum einen dürfte der Kaffeekonsum eingeschränkt werden, zum anderen könnte auf preiswertere Kaffeesorten wie Robusta umgestiegen werden. Dies könne auch erklären, warum die Robusta-Preise trotz ausreichendem Angebot zuletzt ebenfalls gestiegen seien.






